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Neue Häuser am Laakkanal, Visualisierung

Doppelstrategie gegen Starkregen

Information zur schnellen Selbsthilfe
Information zur schnellen Selbsthilfe

10.01.2020: In den letzten Jahren bekommen es auch die Rostocker immer stärker zu spüren: Die Extremwetter-Ereignisse nehmen zu. An heißen Tagen entstehen häufig wie aus dem Nichts Gewitterzellen.

Auf den digitalen Wetterkarten erscheint zunächst alles sonnenklar – bis plötzlich an vielen regionalen Stellen gleichzeitig dunkelblaue Flecken auftauchen. Das geschieht im Laufe von nicht ganz einer halben Stunde. Die Folge sind regional heftige Winde und Starkregen, der das städtische Abwassernetz Rostocks fast flächendeckend überfordert.

Leider sind diese Erscheinungen nicht nur auf den Sommer begrenzt. So regnete es 2019 sogar im Oktober noch unerwartet stark. Das Wasser sucht sich in vielen Fällen einfach seinen Weg, drückt durch Bodenplatten oder läuft zu den Kellertreppen hinein, weil die Abläufe die Mengen nicht sofort aufnehmen können. Für die betroffenen Bewohner ist es frustrierend, dass diese Probleme immer wiederkehren. Auch einige Häuser des WG WARNOW-Bestandes in der Innenstadt und in Reutershagen sind davon betroffen. Selbst bei einer eingespielten Alarmkette und den Vorwarnungen der Wetterdienste kann Hilfe häufig nur zu spät kommen, wenn selbst die Straßen unter Wasser stehen.
Nach den Ereignissen im Oktober stellte die WG WARNOW Sandsäcke für alle betroffenen Liegenschaften zur Verfügung, um zunächst die Kellertüren besser abdichten zu können. Einige Mitglieder hatten das angeregt. Die Bewohner sind jetzt selbst in der Lage zu reagieren und eine temporäre Regenwasserbelastung abzuwehren. Eine erste Probe wird wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen.
Die WG WARNOW belässt es aber nicht bei der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Mitarbeiter der Genossenschaft nehmen die zumeist älteren Liegenschaften sorgfältig unter die Lupe und suchen nach Schwachstellen, die im Bereich des jeweiligen Hauses liegen.
In Zusammenarbeit mit einem Umwelttechnik-Unternehmen werden die Abwasserrohre mit Kameras befahren und nicht selten zeigen sich die Ursachen recht schnell: So treten neben versetzten oder undichten Rohren auch immer wieder große Ansammlungen von Hygieneartikeln zutage, die dort nicht hingehören. Mitarbeiter vor Ort informieren verstärkt über die Probleme, die bei unsachgemäßer Entsorgung entstehen können. Reparaturen oder Erneuerungen werden sofort begonnen, sobald die Ursache erkannt ist.

Auch die Installierung von Entlüftungssystemen zeigt mittlerweile Erfolg: Die Keller sind über das Jahr insgesamt trockener und nach einem eventuellen Wassereinbruch wieder schneller nutzbar.
Durch das Zusammenspiel dieser Maßnahmen sind die WG WARNOW-Häuser und ihre Bewohner zukünftig besser auf extreme Regenfälle vorbereitet. Die Mitglieder können sich auf ihre Genossenschaft verlassen, wenn es um das Beheben struktureller Probleme geht – und nun auch im Notfall selbst aktiv werden.