Jeder Rostocker ist in seinem Leben an diesem Gebäude vorbeigefahren oder spaziert. Vielleicht haben sie es vom gegenüberliegenden Brink beobachtet und sich gedacht: Schade um dieses schöne Haus. Seit Juni 2025 gehört dieses historische Stadtpalais in der Wismarschen Straße 8 der Rostocker-Kröpeliner Tor Vorstadt zum Bestand unserer WG WARNOW.
Das Haus verfügt über einen Keller und zwei Vollgeschosse sowie einen im Innenhof liegenden Garten. Ziel unserer Genossenschaft ist es, die Substanz des Gebäudes langfristig zu sichern, seine gestalterische und handwerkliche Qualität durch behutsame Instandsetzung der charakteristischen Elemente zu bewahren und eine harmonische Verbindung zwischen historischer Architektur und moderner Nutzung zu schaffen. Die Revitalisierung dieser Liegenschaft trägt nicht nur zur langfristigen Sicherung des Gebäudes bei, sondern leistet auch einen bedeutenden Beitrag zur kulturellen und städtebaulichen Aufwertung des Umfelds.
Zur Historie des Hauses berichtet das SBL, dass dieses zwischen 1884 bis 1888 errichtet wurde. Dabei zeigte sich schon damals, dass das großzügige Palais nicht in die weitere Umgebung mit klassischen Arbeiterdomizilen in der Rostocker KTV passte. Das Gebäude diente einem Privatier und seiner Familie anfänglich als Familiensitz, bevor es 1905 in den Besitz des Landes überging. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Verantwortung zwischen unterschiedlichen Ämtern. So waren zwischenzeitlich das Drostenamt und das Vermessungs- und Hochbauamt Herr im Haus. Im Jahr 1961 ging das Objekt in der Wismarschen Straße 8 in den Besitz der Universität Rostock über. Sie beheimatete hier von 1968 bis 2020 die Biologie, wobei bereits ab 2012 die oberste Etage nicht mehr genutzt wurde.
Das dreigeschossige Stadtpalais, ergänzt durch einen vollwertig nutzbaren Keller, soll in seiner ursprünglichen Struktur erhalten bleiben, während behutsame Anpassungen vorgenommen werden, um den heutigen Anforderungen an die Wohn- und Gewerbenutzung gerecht zu werden. Im Erdgeschoss, in Teilen des Kellergeschosses und in den rückwärtigen Außenflächen ist eine gastronomische Nutzung mit historischem Ambiente des Gebäudes denkbar. Diese schafft einen Mehrwert für das Quartier rund um den Doberaner Platz. Die Obergeschosse werden zu hochwertigem Wohnraum umgestaltet, der moderne Wohnstandards mit dem Charme des denkmalgeschützten Bestands vereint.
